Noch ein Test, Ja ja….
Betreff: Aus dem Vorstandskreis: Erneuerung, Sichtbarkeit und Rückverbindung
Liebe Mitglieder, liebe Weggefährt*innen,
Anfang Januar sind wir als Vorstand nach langer Zeit wieder in Präsenz zusammengekommen. Nicht, weil „endlich mal wieder“ eine Sitzung fällig war – sondern weil wir gemerkt haben: Wenn wir uns nicht wirklich begegnen, wenn wir uns nicht ansehen, zuhören, auch aushalten, was gerade ist, dann bleibt der Verein in genau dem Zustand, den viele von euch längst spüren.
So wie es gerade läuft, bleibt es nicht. Nicht im Außen. Und nicht im Verein.
Viele von euch kennen Terra Mirim Deutschland als tragenden Rahmen: als Brücke nach Brasilien, als gelebte Unterstützung, als Ort für Feste und Begegnungen. Und gleichzeitig ist etwas leiser geworden: Beteiligung, Verbindung, Sichtbarkeit. Unsere Website ist in Teilen stehen geblieben. Vieles läuft über einzelne Kontakte, nicht über ein Netz, das trägt. Zwischen Generationen – und Lebensrealitäten – ist Abstand gewachsen.
Das ist keine Anklage. Es ist eine Bestandsaufnahme. Und sie gehört ausgesprochen, damit wir wieder von derselben Wirklichkeit sprechen.
Und ja: Es war eine Freude, uns wieder physisch zu treffen. Nicht aus Nostalgie – sondern weil in echter Begegnung etwas entsteht, das sich online nur schwer herstellen lässt: ein gemeinsamer Boden. Genau daraus lebt das, was wir mit dem Verein nach außen tragen wollen.
Ein Verein im Wandel – und eine Welt, die schneller wird
Wir erleben alle, wie sich das Tempo im Außen erhöht. Viele Menschen sind müde, gereizt, überfordert. Vieles wirkt härter. Vieles wirkt isolierter. Digitale Räume binden Aufmerksamkeit – und gleichzeitig fehlt vielen die Kraft für das, was nach Nähe, Verbindlichkeit und echter Zeit verlangt.
Das verändert auch uns. Es verändert, wie Menschen Kontakt halten. Wie sie sich engagieren. Wie schnell sie aus dem Kreis herausrutschen – nicht, weil es ihnen egal ist, sondern weil der Alltag frisst, was nicht unmittelbar „muss“.
In diesem Klima ist das, was Terra Mirim im Kern trägt, für manche nicht einfach „interessant“, sondern wie ein Gegengewicht: Rückverbindung. Erdung. Ein Wissen, das nicht aus Meinungen kommt, sondern aus Erfahrung. Gemeinschaft nicht als Idee, sondern als etwas, das man praktiziert.
Und hier sehen wir als Vorstand zwei Wahrheiten, die gleichzeitig gelten – und die zusammengehören:
• Viele langjährige Mitglieder haben den Verein über Jahre getragen – still, verlässlich, oft ohne großes Echo. Manche haben erlebt, wie dieses Tragen irgendwann kaum noch gesehen wurde.
• Viele Jüngere suchen nach dem Funken – und stoßen auf Strukturen, die schwer zugänglich sind, wenig Resonanz geben, kaum sichtbar sind. Und ja: Zeit ist knapp. Energie ist knapp. „Noch ein Verein“ kann sich schnell wie Zusatzlast anfühlen.
Beides ist wahr. Und beides gehört in denselben Kreis.
Was uns im Treffen klar geworden ist
In diesen Januartagen haben wir nicht „eine Vision produziert“. Wir haben erst einmal hingeschaut: Was ist versandet? Wo verlieren wir uns? Wo ist der Verein nur noch Verwaltung – und wo ist er noch lebendig?
Und dann ist etwas passiert, das man nicht planen kann, aber sehr deutlich spürt, wenn es da ist: Wir haben als Gruppe wieder einen gemeinsamen Bezug gefunden. Nicht als Hochglanz-Idee, sondern als einfache Klarheit:
Terra Mirim Deutschland soll wieder ein Ort werden, an dem man sich findet – und an dem sichtbar wird, wofür wir stehen. Nicht als Behauptung. Sondern so, dass Menschen es erleben können.
In den Wochen davor – und auch in Rücksprache mit Alba Maria – wurde ebenfalls deutlich: Erneuerung ist nicht nur erlaubt. Sie ist dran. Terra Mirim ist aus Wandlung entstanden. Nicht aus Perfektion.
Worum es uns geht: Substanz, die Form findet
Viele von uns kennen den inneren Druck, im bestehenden System „bestehen“ zu müssen – besonders in heilkundlichen, therapeutischen oder rituellen Feldern. Und viele kennen auch das Gegenteil: Momente, in denen etwas in uns zur Ruhe kommt. Der Atem wird tiefer. Der Blick wird klarer. Man ist wieder da. Man ist wieder bei sich. Nicht als Idee, sondern als Erfahrung.
Diese Art von Rückverbindung ist kein Slogan. Sie ist ein Erleben. Und sie ist – gerade jetzt – für viele ein Anker.
Wir möchten Terra Mirim Deutschland so ausrichten, dass diese Substanz nicht verborgen bleibt. Sie darf Form finden. Schönheit darf sichtbar sein – nicht als Oberfläche, sondern als Ausdruck von etwas, das tatsächlich gelebt wird.
Der nächste ehrliche Schritt: Sichtbarkeit und Verbindung – dort, wo Menschen tatsächlich suchen
Wir können heute nicht so tun, als würden sich Menschen „einfach so“ wieder finden, nur weil es uns gibt. Viele sind online. Viele suchen dort. Viele verlieren sich dort. Wir wollen uns diesem Raum nicht ausliefern – aber wir wollen dort auffindbar und ansprechbar sein, ohne unsere eigene Tiefe zu verlieren.
Darum haben wir im Treffen einen sehr konkreten Schwerpunkt gesetzt: Bis zur Mitgliederversammlung Ende März schaffen wir die technische und organisatorische Basis, damit Beteiligung wieder leichter wird.
Gemeint ist kein digitales Selbstzweck-Projekt. Gemeint ist ein Zuhause, das trägt:
• eine erneuerte Website, die nicht wie eine Ruine wirkt, sondern wie ein Eingang;
• eine Community-Plattform, auf der Mitglieder mit niedriger Hemmschwelle ein Profil anlegen können: Wer bin ich? Wo wirke ich? Was biete ich an? Wie kann man mich kontaktieren?
• ein Ort für Veranstaltungen, Impulse und Hinweise – damit man nicht alles über Flurfunk oder einzelne Chats herausfinden muss;
• eine sichtbare, lebendige Verbindung zu Fundação Terra Mirim in Bahia / Brasilien: nicht als „Link“, sondern als Beziehung.
Dazu gehört auch Kommunikation, die nicht schreit: ein Newsletter als ruhiger, verlässlicher Faden (auch für Menschen ohne Social Media). Und eine Präsenz nach außen – unter anderem über Instagram; später vielleicht über Gesprächsformate, die Tiefe zulassen (Audio/Video), wenn es dafür wirklich Substanz und Träger*innen gibt.
Wichtig ist uns dabei: Wir wollen keine synthetische Content-Maschinerie. Wir wollen Menschen zeigen. Wege. Hände. Alltag. Lernen. Widersprüche. Hingabe. Auch Unfertiges – sofern es wahr ist. Die Synthetik in der Welt nimmt zu; selbst bei der Erstellung dieses Textes hat KI geholfen. Umso wichtiger ist uns, dass das, was wir sichtbar machen, nicht künstlich wirkt – sondern menschlich.
Wurzeln sichtbar machen – damit das Neue nicht wurzellos wird
Ein Teil der Erneuerung wird ausdrücklich sein, die Geschichte und die Stimmen der langjährigen Mitglieder wieder nach vorne zu holen. Nicht als Denkmal. Als Wurzel.
Wir wollen Formate schaffen (Text, Audio, Video), in denen sichtbar wird: Wie war es? Was hat getragen? Was ist verloren gegangen? Was ist unverhandelbar? Was darf enden, damit etwas Neues entstehen kann?
Verbindung entsteht nicht dadurch, dass man sie fordert. Sie entsteht, wenn Menschen einander wieder erkennen.
2026: wieder mehr in die konkrete Welt zurück
Parallel zum digitalen Aufbau wollen wir wieder mehr echte Begegnung möglich machen. Für dieses Jahr sind bereits konkrete Vorhaben im Feld – unter anderem ein Fest am 03. Juli im Raum Kleve / Kranenburg. Mit der Grundenergie, aus der dieser Verein leben will: Brücke und Bezug zur schamanischen Arbeit und zur Verbindung nach Brasilien.
Auch das Vier-Elemente-Festival möchten wir wieder ernsthaft prüfen – und, wenn es getragen werden kann, in neuer Form beleben.
Und wir möchten wieder Räume, die regelmäßiger sind als „einmal im Jahr“: Sharing-Circles, Austausch, Ausrichtung – so, dass Mitgliedschaft nicht nur „geben“ bedeutet, sondern auch Unterstützung, Orientierung und Rückhalt.
Was jetzt gebraucht wird
Wenn dieser Brief etwas in euch bewegt, dann ist das nicht „nett“. Dann ist es ein Faden, den wir aufnehmen können.
Bis Ende März bereiten wir die Mitgliederversammlung vor und bringen die neue Plattform in eine erste nutzbare Form. Gleichzeitig brauchen wir euch – nicht als Publikum, sondern als Mitwirkende.
Wenn ihr mögt, beginnt es ganz schlicht:
Schickt uns ein paar Zeilen zu euch: wer ihr seid, wo ihr wirkt, was ihr anbietet, was eure Verbindung zu Terra Mirim ist. Oder meldet euch, wenn ihr bei Inhalten, Gestaltung, Übersetzung, Technik, Redaktion, Interviewformaten oder der Pflege des Netzwerks helfen könnt. Oder bringt einen Vorschlag mit, der aus euch heraus stimmt – nicht als Plan, sondern als echter Impuls.
Ihr erreicht uns wie bisher unter: terramirimdev@web.de Die nächsten Schritte (Einladung zur Mitgliederversammlung, Plattform-Infos, erste Inhalte) folgen zeitnah über den Newsletter.
Wir schließen diesen Brief ohne Pathos. Nicht, weil uns die Worte fehlen – sondern weil wir wissen: Entscheidend ist, was wir jetzt wirklich tun. Und wie.
Wir freuen uns, wenn wir euch in den kommenden Wochen wieder näherkommen – Schritt für Schritt, Faden für Faden.
Im Namen des Vorstands Terra Mirim Deutschland e. V.

